Streifen

Heute habe ich in der FAZ einen Bericht über den Fotografen Jürgen Bartenschlager gelesen, der aus Fotografien von seinen Reisen faszinierende „Streifenbilder“ anfertigt: Landschaften, Bauten, Natur reduziert auf Streifen und Farben.

Ich habe daraufhin selber ein bisschen mit Photoshop und einigen Fotos herumgespielt – hier meine Galerie:

Torero
Torero
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Schmetterling
Schmetterling
Mondlicht
Mondlicht
Kirschblüte
Kirschblüte
Brügge
Brügge
Astern
Astern
Strandflieder
Strandflieder
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Tüskendörsee
Tüskendörsee
Das Meer bei Emden
Das Meer bei Emden
Gomera 2
Gomera 2
Gomera 1
Gomera 1
Aussicht ins Tal
Aussicht ins Tal
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Auf dem Meer
Auf dem Meer
Hagebutten im Schnee
Hagebutten im Schnee

2013 – persönlicher Rückblick

Rückblickend kann ich sagen: 2013 war ein gutes Jahr. Wie eigentlich jedes Jahr. Vielleicht habe ich auch einfach die Gabe, immer das Positive zu sehen, jedenfalls bin ich am Ende eines Jahres meistens mit der Welt versöhnt.

Dies ist hier kein Jahresrückblick, den man überall nachlesen oder anschauen kann, sondern ein Überblick über das, was von den Ereignissen dieses Jahres bei mir hängengeblieben ist, mich fasziniert hat oder für mich von Bedeutung war. Wenn ich mir Zeitungsbeilagen zum Jahreswechsel oder Rückblicke im Fernsehen anschaue, staune ich oft, wie mühsam ich mich an manches erinnern muss und wie viel ich schon vergessen habe. Ich spare Katastrophenmeldungen hier absichtlich aus. Das heißt aber nicht, dass es mich nicht interessiert, wenn Wirbelstürme, Erdbeben oder Kriege ganze Landstriche verwüsten, oder dass mir nicht nahe geht. Nur um das ganz klar festzuhalten. Es ist nur zuviel, um hier auf alles einzugehen.

Die Welt 2013

 
Der Papst. Nein, die Päpste
Es ist Rosenmontag, der 11. Februar 2013. Wie in jedem Jahr tobt der Karneval in Köln, und bis auf die bedauernswerten Kollegen, die aus dem Gewühle live auf dem Sender berichten müssen, haben alle anderen frei. Trotzdem sitze ich zu Hause am Computer, schließlich geht das Leben anderswo normal weiter und die Nachrichtenlage wird regelmäßig gecheckt. Bis ich auf Twitter die Meldung lese, dass Papst Benedikt XVI, auch bekannt als Joseph Ratzinger, zurückgetreten sei. Ich habe das tatsächlich im ersten Moment für einen Witz gehalten. Schließlich ist Rosenmontag. Und ein Papst tritt auch nicht einfach zurück. Und doch haben wir inzwischen die kuriose und geschichtlich gesehen beinahe einmalige Situation, dass es zwei Päpste gibt. Einen Ex, und einen amtierenden, den Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der sich Franziskus nennt und die katholische Kirche zu neuer Bescheidenheit führen will. Als das letzte Mal (im Mittelalter!) ein Papst von seinem Amt zurück trat, gab es noch nicht die Möglichkeit, ein Treffen des alten und des neuen Amtsinhabers im Bild festzuhalten – heute sieht das anders aus:

Screenshot: Papst Franziskus und Ex-Papst Benedikt XVI
Screenshot: Papst Franziskus und Ex-Papst Benedikt XVI

Video der Aktuellen Stunde/WDR

Alles Gute kommt von oben. Sagt man.
Nur wenige Tage später, am 15. Februar 2013: Russische Autofahrer haben oft Kameras auf dem Armaturenbrett montiert und filmen ihre Fahrtstrecke. Warum, weiß ich nicht, aber diese Eigenart und auch vielfach montierte Webcams führten zu spektakulären Videos, die den Einschlag eines Meteoriten in der westsibirischen Stadt Tscheljabinsk zeigten und binnen Minuten im Internet abrufbar waren. Hunderte Menschen wurden verletzt, Gebäude zerstört – von einem Steinchen, das mit unvorstellbarer Wucht aus dem All auf die Erde gekracht ist. Unwillkürlich duckt und fürchtet man sich.

Wir hätten es wissen können
Wir werden alle ausspioniert. Edward Snowdon verrät, dass die NSA Zugang selbst zu unseren privaten Mails, Internetseiten und allem anderen hat, praktisch die ganze Welt ununterbrochen ausspioniert. Ist das wirklich neu? Eigentlich nicht. Man hätte es sich denken können, sogar müssen, wenn man täglich im Netz unterwegs ist. Außer unserer Kanzlerin, für die das Internet ja immer noch „Neuland“ ist. Für mich, nebenbei bemerkt, DAS Wort des Jahres. Erst als bekannt wird, dass ihr eigenes Handy belauscht wurde, kommt halbwegs ernst gemeinter Protest. Für jemanden, der in der Zeit des Kalten Krieges aufgewachsen ist, folgt nun eine verkehrte Welt: Snowdon flüchtet aus den USA – nach Moskau. Ein Amerikaner, der in Russland um Asyl nachsucht – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Wie süß
Generationswechsel in den europäischen Königshäusern: Willem wird neuer König der Niederlande, Philippe in Belgien, und Elisabeth die Zweite freut sich in Großbritannien über Urenkel George, nach Charles und William der nächste Thronfolger. Ist das wichtig? Nein. Aber es freut mich. :-)
 

Abschiede 2013

Eine Generation tritt ab. Um genau zu sein: die Generation vor mir. Es werden immer weniger, und die Einschläge kommen dichter. Menschen, die ich schon als Kind und Teenager bewundert habe, die mich ein Stück weit prägten, deren Sprache und Gedanken einen Teil meines Denkens ausmachen, verschwinden nach und nach. Und sie werden mir fehlen.

Otto Sander: Zum ersten Mal im Fernsehen gesehen irgendwann in den 70er Jahren, in einer Verfilmung von Siegfried Lenz „Lehmanns Erzählungen“ oder „So schön war mein Markt“. Eine Schwarzmarktgeschichte, absurd, wahrheitsgetreu, liebevoll übertrieben, und vor allem: großartig gespielt. Leider habe ich Otto Sander nie auf der Bühne gesehen, aber oft im Fernsehen oder auch im Kino. Und mit dem großartigen Schauspieler ist auch seine unverwechselbare Stimme verschwunden.

Marcel Reich-Ranicki: unbequem vor allem, aber ein brillanter Kopf. Bekannt vom Literarischen Quartett hielt er einige Gastvorlesungen an der Uni Düsseldorf, als ich dort in den 90ern studierte. Der Hörsaal quoll über, und alle hörten andächtig zu – ungewohnt angesichts der üblichen Protesthaltung vieler meiner Kommilitonen. Woran lag’s? Reich-Ranicki hatte Mut, Verstand, Witz, war sperrig, aber vor allem: direkt, ohne Schnörkel, wahrhaftig und aufrichtig.

Dieter Hildebrandt: Offensichtlich schon als Kabarettist auf die Welt gekommen. Unvergesslich seine immer mit Spannung erwarteten Soli in „Schimpf vor zwölf“, den Silvestersendungen im Fernsehen, die ich als größeres Kind bereits schauen durfte – freilich ohne allzuviel von der Politik zu verstehen, die aufs Korn genommen wurde. Aber es war nicht alles politisch, vieles war – neben dem tieferen Sinn für die Erwachsenen – einfach saukomisch. Dieter Hildebrandt zusammen mit den damaligen Kollegen Ursula Noack, Hans-Jürgen Diedrich, Klaus Havenstein und Jürgen Scheller ist bis heute meine Lieblingskonstellation der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Peter O’Toole: er war mir – neben aller Bewunderung – immer ein wenig unheimlich. Er schien stets geheimnisumwittert, unberechenbar, außergewöhnlich, manchmal ein bisschen verrückt, und seine Filmrollen waren entsprechend. Dabei war er auch ein absolut komisches Talent. Einer meiner Lieblingsfilme mit ihm und Audrey Hepburn war und ist „Wie klaut man eine Million“. Ein Unterhaltungsfilm, ja, aber großartig gemacht, mit einer ausgeklügelten Geschichte. Aber vor allem ein Bild hat sich im Gedächtnis vieler verewigt: Peter O’Toole als „Lawrence von Arabien“ in der Wüste, die eisblauen Augen leuchten aus dem braungebrannten Gesicht – in einem der großartigsten Filme, die es überhaupt gibt.

Peter O'Toole als Lawrence von Arabien
Peter O’Toole als Lawrence von Arabien

 

Reisen 2013

2013 war erneut ein Jahr der Reisen. Inzwischen liebe ich es sehr, unterwegs zu sein. Das Reisejahr begann im Mai, mit einem seit langem geplanten Trip nach Spanien. Ausgangspunkt Valencia, von dort aus Ausflüge nach Xativa und Teruel, dann über Cuenca nach Madrid. Ich war zum ersten Mal in Spanien mit dem Auto unterwegs. Aber selbst für ein Nervenbündel wie mich (zumindest hinterm Steuer) verliefen alle Fahrten erstaunlich entspannt, dank gelassener spanischer Autofahrer und der 120 Km/h-Begrenzung auf der Autobahn.
Ich bin – vom spanischen Festland abgesehen, von dem ich längst noch nicht genug gesehen habe – ein Inselurlauber. Ich liebe diese kleinen, abgeschlossenen Welten mit dem unverstellten Blick nach allen Seiten. Nach 30 Jahren zog es mich nach Borkum, der westlichsten der ostfriesischen Inseln in der Nordsee. Meine Erinnerungen an den letzten Urlaub dort im Jahre 1983 wurden schnell überdeckt von vielen neuen Eindrücken. Am ersten Tag fragte ich mich erschrocken, was ich dort eigentlich wollte – es war so vieles ganz anders geworden. Nach einer Woche jedoch wollte ich gar nicht mehr weg – ich hatte mich wieder in die Insel verliebt. Die nächste Wiederkehr soll nicht mehr so lange dauern.
Gesucht wurde dann für zwei, drei Tage ein Urlaubsziel, das für meinen Mann und mich gleichermaßen geeignet ist: eine Stadt zum Beispiel, die genügend Geschichte und Ziele anbietet (für mich), ohne dass man weit laufen muss (für meinen Mann). Unabhängig voneinander hatten wir dieselbe Idee: Brügge, Flandern, Belgien. Wie das immer so ist, was quasi vor der Haustür liegt, übersieht man, oft jahrelang. Man könnte ja jederzeit hinfahren, sagt man sich – und genau deshalb tut man es nie. Aber jetzt. Endlich. Für drei Tage in der restlichen Woche meines Sommerurlaubs, Anfang September, ein Hotel in der Innenstadt und einen Mietwagen gebucht, einen Stadtführer besorgt und los ging’s!
Natürlich durfte auch in diesem Jahr ein Kurztrip nach Berlin nicht fehlen. Berlin ist zweites Zuhause, dort fühle ich mich wohl, aktiv, frei, und würde am liebsten für immer dort leben.
Schlusspunkt der Reisesaison: Salzburg. Familienbesuche, Wiedersehen mit Menschen, Häusern, Kirchen. Alle werden gemeinsam älter. Auch Salzburg ist vertraut – aber dort leben möchte ich trotzdem nicht. Zu genüsslich wird dort auf Besuchern aus dem großen Nachbarland herumgehackt, ob Familie oder nicht. Irgendwann nervt es einfach nur. Immerhin gibt es auch im altbekannten Salzburg immer wieder neue Ecken zu entdecken, und im Novembersonnenlicht von der Richterhöhe auf das Voralpenland im Süden zu schauen, ist einfach nur atemberaubend schön.

Erlebnisse, die ich in 2013 nicht missen möchte

Bereits erwähnt: Autofahren in Spanien. Wenn ich nur dran denke, überläuft mich normalerweise eine Gänsehaut. Autofahren, wo man sich nicht auskennt? Niemals. Dabei klappt es doch immer viel besser, als man vorher glaubt. Schließlich bin ich auch auf anderen Reisen schon Auto gefahren, dort, wo ich mich nicht auskannte. La Gomera zum Beispiel. Und das war wegen der ganzen Barrancos (Schluchten) wahrscheinlich noch um ein Vielfaches riskanter als eine Autobahn in Spanien. Also tief Luft geholt, Mietwagen gebucht, in Valencia eingestiegen, und los. Alles hat geklappt, Auto und Insassen ohne jede Schramme. So einfach kann es gehen.

Es gibt immer wieder Momente, die auch in der Erinnerung Glücksgefühle auslösen. Einer davon ist: vor dem Eingang vom Prado in Madrid sitzen und dem Gitarristen Edgar Moffat zuhören.

Manchmal bin ich sogar stolz auf mich. Immer dann, wenn ich etwas geschafft habe, das ich vorher nicht für möglich hielt. In diesem Jahr habe ich erstmals ein Buch veröffentlicht, einen Roman. Sicher nicht pulitzerpreisverdächtig, aber eine, wie man mir sagte, bezaubernde Liebesgeschichte.

Worauf ich ebenso stolz bin: meine Flugangst habe ich besiegt. Endgültig. Auf Borkum bin ich tatsächlich in einen dieser winzigen Flieger gestiegen, um einen Inselrundflug zu machen – und hatte nicht eine Sekunde Bedenken oder Furcht, im Gegenteil, ich wäre gerne noch länger oben geblieben.

Ich bin ein ängstlicher Mensch. Was sich manchmal in Abwehrhaltung manifestiert gegen Dinge, die ich nicht kenne. Erst recht, wenn jemand versucht, mir etwas aufzudrängen. Das kann auch eine Fernsehserie sein. Der Sohn bekniete mich über Monate, ich möge mir doch endlich „Breaking Bad“ ansehen – die DVDs der ersten beiden Staffeln standen schon lange im Regal. Irgendwann habe ich angefangen zu gucken, und wollte nach drei Folgen wieder aufgeben. Zu brutal, zu ungewohnt, zu eklig. Ich wurde (zum Glück!!) überredet, weiterzuschauen. Es ist wirklich eine der besten Fernsehserien, die ich bisher gesehen habe, vielleicht sogar die beste. Es stimmt einfach alles: die Story, das Drehbuch, die unglaublichen Kameraeinstellungen, die Schauspieler – ich habe selten eine so geniale Produktion gesehen.

Es passiert mir selten, dass ich innerhalb von wenigen Minuten lache und weine, und schon gar nicht auf einem Friedhof. Aber auch das habe ich in diesem Jahr erlebt. Ich hatte mir vorgenommen, in Berlin den Waldfriedhof an der Heerstraße zu besuchen, gleich neben dem Olympiastadion. Viele Künstler liegen dort bestattet, und vor allem wollte ich zu zwei Gräbern: dem von Loriot, und dem von Horst Buchholz. Für beide Gräber hatte ich auch etwas mitgebracht. Am Grab von Horst Buchholz kam ich zuerst vorbei. Es sah völlig vernachlässigt aus, traurig, verlassen, ungeliebt. Ein so wunderbarer Schauspieler – vergessen von der Welt? Ich legte meine Rose auf dem Grab ab, neben einer Vase voll mit billigen Plastikblumen, und mir stiegen die Tränen in die Augen. Aus den Augenwinkeln sah ich im Boden einen Stein: es handelte sich um ein Ehrengrab der Stadt Berlin. Als ich wieder zu Hause war, habe ich die Friedhofsverwaltung angeschrieben, ein Foto mitgeschickt und darum gebeten, das Grab wieder in Ordnung zu bringen und ansehnlich zu gestalten. Das hat man mir in zwei sehr freundlichen Antwortmails auch zugesagt. Beim nächsten Berlin-Besuch werde ich bestimmt nachsehen… 😉
Tja, und dann kam ich zu Loriots Grab und musste lachen: Fans haben das ganze Grab mit kleinen Plastikenten „verschönert“, im Gedenken an einen seiner bekanntesten Sketche: „Lassen Sie sofort die Ente zu Wasser!“. Ich hatte vorher in einigen Zeitungsartikeln Fotos vom Grab gesehen und war vorbereitet: die beiden Plastikenten vom Sohn und mir fanden links unten am Grabstein noch einen Platz.

Loriots Grab auf dem Waldfriedhof Heerstraße, Berlin
Loriots Grab auf dem Waldfriedhof Heerstraße, Berlin

Erfahrungen in 2013, auf die ich künftig verzichten kann

Ich bin ganz sicher nicht der einfachste Reisegenosse. Ich bin wissensdurstig, bewegungsfreudig, kann sehr gut ohne Frühstück losziehen, den ganzen Tag herumlaufen und abends immer noch nicht genug haben. Wenn ich aber beschließe, Urlaub mit jemandem gemeinsam zu verbringen, passe ich mich an, Unternehmungen, ob gemeinsam oder getrennt, werden abgesprochen, damit niemand zu kurz kommt und alle Interessen möglichst berücksichtigt werden. Kompromisse bleiben dabei nicht aus, aber damit kann ich umgehen. Bisher hat das auch immer gut geklappt. Man muss nur den Mund aufmachen.
Was ich ganz sicher nicht mehr tun werde ist, mit jemandem Urlaub zu verbringen, den ich vorher noch nie gesehen habe. Man kann sich über viele Mails, Nachrichten, Fotos und Videos noch so sehr mögen und glauben, sich zu kennen – im wirklichen Leben sieht dann plötzlich vieles anders aus. Wenn vorherige Absprachen plötzlich nicht mehr gelten, wenn man nur von oben herab behandelt wird, ohne den Grund dafür zu kennen, wenn selbst auf besorgte Nachfragen (weil irgendetwas nicht zu stimmen scheint) alles immer ganz prima ist und man erst hinterher erfährt, dass genau dieser schöne Ausflug oder genau jene vorher ausdrücklich gelobte Reiseroute in Wirklichkeit totale Scheiße war, wenn jemand einem heile Welt vorspielt, anstatt das Maul aufzumachen, und hinterher giftige Pfeile abschießt – dann ist einem im Nachhinein die Freude verdorben. Und schlimmer: eine große Chance vertan, auf einen Menschen zuzugehen und etwas über ihn und sein Leben zu erfahren. Es ist einfach nur verlogen und unfair. Und sehr, sehr schade. Kontakt haben wir keinen mehr.

2013 im Schnelldurchlauf

Einen schönen Jahresrückblick gibt es als Video übrigens auf Youtube – von Google, nach den meistgesuchten Begriffen in 2013 zusammengestellt:

Ausblick 2014

Reisen, ganz sicher. Wenn möglich, wieder nach Spanien. Ich habe in diesem Jahr eine Gegend kennengelernt, von der ich gerne mehr sehen möchte, und ich sammle schon eifrig Informationen, um in Cuenca und Umgebung wandern zu gehen. Die Landschaft ist atemberaubend, es gibt noch viel zu entdecken. Und zum Herbst hin Insel wäre auch nicht schlecht. Nochmal nach Borkum? Oder noch einmal La Gomera? Mal sehen… Im Oktober steht jedenfalls ein Kurztrip nach Hamburg an. Aus Gründen. :-)

Und schließlich steht ja auch ein zweites Buch quasi in den Startlöchern, die Fortsetzung des ersten Romans. Ich habe tatsächlich ein paar Monate Pause gemacht, das war einfach dringend notwendig. Ich brauchte Abstand. Aber mit dem ersten Glockenschlag des neuen Jahrs mache ich mich an die Fertigstellung. Veröffentlichung: voraussichtlich im Frühjahr 2014.

Borkum-Urlaubsimpressionen

 

 

 

 

 

 

 

Borkum gehört neben Juist, Norderney, Langeoog, Baltrum,  Spiekeroog und Wangerooge zu den Ostfriesischen Inseln, Borkum ist die am westlichsten gelegene und größte. Die Ostfriesischen Inseln liegen vor der Nordseeküste Niedersachsens und sind Teil des größten Wattenmeeres in der Nordsee.

Ein Wiedersehen nach langer Zeit
Ich war 1983 zuletzt auf Borkum, also vor genau 30 Jahren. Warum ich nicht schon viel eher wiedergekommen bin, kann ich im Nachhinein gar nicht mehr sagen – aber ich habe den Einheimischen versprochen, nicht mehr so lange mit dem nächsten Besuch zu warten, und dieses Versprechen gedenke ich zu halten. :-)

Was suche ich auf Borkum? Ruhe und Natur, vor allem diese beiden Dinge. Und man findet beides auch – zumindest abseits der Hauptstrände. Borkum hat sich gewandelt – von der Urlaubsinsel für vornehme Badegäste zur familienfreundlichen Ferieninsel und zugleich naturverbundenem Urlaubsziel für Individualisten. Borkum ist keine Insel der mondänen Strandbars. Wer das erwartet und seine Abendkleider ausführen möchte, möge nach Sylt ausweichen. Borkum ist handfest, praktisch, ungezwungen, ehrlich, offen und freundlich

Wer sich für einen Urlaub an der Nordsee entscheidet, weiß in der Regel, was ihn dort erwartet – oder hat zumindest eine Vorstellung davon. Die Nordsee hat ein raueres Klima als die Ostsee, die Gezeitenunterschiede sind größer, der Wind heftiger, Temperaturunterschiede können innerhalb von Sekunden gewaltig sein, je nach Sonne oder Regen und Wind. Genau das ist es aber, was den Aufenthalt an der Nordsee so gesund macht und noch lange nachwirkt: der Körper wird gefordert, abgehärtet, und wer sich Wind und Wetter stellt, hat am Ende des Tages das wohlige Gefühl, etwas geschafft zu haben. Abends dann mit einer Tasse Tee wohlig einmummeln – es gibt nichts Schöneres!

Hier die Zusammenfassung meiner eigenen Reise nach Borkum im August 2013. Ich werde versuchen, so viele Tipps wie möglich für Borkum-Interessierte zu geben, aber natürlich bleibt dieser Bericht trotzdem sehr persönlich gehalten und an meinen eigenen Vorlieben ausgerichtet. Links zu allen wichtigen Internetseiten, auf denen man die Themen vertiefen kann, füge ich am Schluss ein. Was einen auf Borkum erwartet, wie man sich vorbereitet und was man am besten mitnimmt (oder aber zu Hause lässt), was man unternehmen kann und was man sich unbedingt ansehen sollte, darum geht es in den nächsten Kapiteln.

Anreise

Die Anreise nach Borkum bedeutet, dass man entweder die Kombination Straße/Schiff, oder Bahn/Schiff oder aber eine Flugverbindung benutzt.
Auto: Bis Emden-Außenhafen (auf deutscher Seite) oder bis Eemshaven (niederländische Seite). Wenn man sein Auto nicht mit auf die Insel nehmen möchte, kann man es (kostenpflichtig) auf einem Parkplatz am Anleger abstellen.
Bahn: Mit der Bahn anzureisen, ist fast noch bequemer als mit dem Auto. Aus vielen deutschen Großstädten fahren im Zwei-Stunden-Takt Intercitys bis Emden-Außenhafen direkt zum Schiffsanleger, so dass man nur von der Bahn auf das Schiff umsteigen muss. Die Fahrkarte gilt meistens auch für das Schiff sowie die Inselbahn, die die Urlaubsgäste vom Anleger bis zum Bahnhof Borkum bringt. Die Rückreise geht in umgekehrter Reihenfolge, und wieder kann man vom Schiff direkt in die Bahn umsteigen.
Flug: Zwischen Borkum und Emden gibt es eine regelmäßige Flugverbindung, die von der Ostfriesischer-Flug-Dienst GmbH bedient wird. Eine Strecke dauert ca. 15 Minuten, Hin- und Rückflug kosten ungefähr 140 Euro (ohne Gewähr)

 

 

 

 

 

 

 

Einpacken

Auf jeden Fall von allem etwas, und möglichst Kleidung, die sich auf unterschiedlichste Weise kombinieren lässt. Am Strand sieht man kurze Hose mit Winterpullover. Oder lange Hose mit Bikinioberteil. Oder Anorak, lange Hose, aufgekrempelte Beine. Sie werden merken, dass die abenteuerlichsten Kreationen hier völlig normal aussehen! Jeder so, wie er mag.

Sehr praktisch, wenn man unterwegs ist, sind Outdoorhosen, deren Beine man mindestens ein Mal mit Reißverschluss verkürzen kann. Wer die nicht hat, sollte darauf achten, dass Hosenbeine sich gut aufkrempeln lassen. Bei einer Jeans geht das meist nicht so gut, lieber eine weite Baumwoll- oder Leinenhose ins Gepäck stecken.

Denn: Am Strand auf Borkum läuft man meistens barfuß. Zumindest im Sommer. Das ist hier nicht nur gut möglich, sondern sehr gesund und wohltuend. Abends hat man immer schöne warme Füße.

Trotzdem unbedingt mitnehmen: Outdoorschuhe, für den Sommer als Sandalen (gibt es regelmäßig sehr preiswert und gut im Discounter), Sportschuhe oder flache Leinenschuhe, für den Herbst oder Winter möglichst wasserfeste und warme Stiefel. Auf Borkum lässt sich gut wandern, es gibt sogar einen Waldlehrpfad. Für den Sommer und den Strand empfehle ich außerdem Schuhe, die auch mal nass werden dürfen, am besten Plastik-Clogs. Die sind zwar hässlich, aber praktisch. Man kann sich noch so sehr vornehmen, am Strand immer barfuß zu laufen – irgendwann kommt dann doch genau DAS Muschelfeld, in dem man sich verzweifelt eine dicke Sohle unter den nackten Füßen wünscht. Es lohnt sich kaum, schon zu Hause nach passenden Exemplaren Ausschau zu halten, man kauft sie am besten auf Borkum für ein paar Euro, denn die Auswahl ist riesig und die Preise günstiger.

Unbedingt notwendig, wenn man den ganzen Tag am Strand oder in der Natur zubringen will: Eine Umhängetasche oder Rucksack, jedenfalls etwas, das man sich so umhängen kann, dass man die Hände frei hat. Möglichst groß und strapazierfähig genug, dass mal ein Paar Schuhe hineinpasst, wenn man sie am Strand auszieht, evtl. auch noch mit Platz für eine Jacke oder einen Pullover. Oder für die Spielsachen der Kinder.

Nützlich und warm an Sommertagen, wenn plötzlich kühler Wind aufkommt: eine Jacke mit Kapuze, entweder Fleece oder Sweatjacke, für feuchte Witterung einen Anorak.
Als Sonnenschutz auf jeden Fall eine sehr gute Sonnenbrille, außerdem natürlich Sonnenmilch mit gutem Schutzfaktor. Lieber einen höheren als gewohnt mitnehmen, da die Sonnenstrahlung an der See durch Wasser und Sand verstärkt wird. Und bei dem ständigen Wind, der herrscht, merkt man die intensive Strahlung nicht so.

Wichtig, vor allem für Menschen, die am Kopf etwas windempfindlich sind: eine fest sitzende Mütze, an kühleren Tagen eine dichte Strick- oder Fleecemütze, für Sonnentage eine Schirmmütze.
Wer gerne und viel draußen ist, sollte für alle Fälle ein Taschenmesser mitnehmen (für Picknick, oder um Muscheln aufzuknacken). Wenn die Abende schön und warm genug sind, um draußen zu sitzen, empfiehlt sich ein Windlicht, außerdem ein gutes Mückenmittel, denn auch diese Plagegeister gibt es leider auf der Insel, wenn auch nicht viele.

Alles, was man an Kleidung braucht, kann man natürlich auch auf der Insel kaufen. Die Geschäfte sind auf die Bedürfnisse der Urlauber eingerichtet. Outdoorkleidung gibt es allerdings nur von den bekannten Marken und zu entsprechenden Preisen. Lieber in den Monaten vor der Reise schon bei Discountern gucken. Die Qualität ist meist sehr gut.

Wer die Natur beobachten will, sollte ein gutes Fernglas mitnehmen. An den Tüskendörsee zum Beispiel darf man nicht nahe heran, aber im Feldstecher lassen sich bei gutem Wetter hunderte zum Teil seltene Seevögel beobachten. Auch die Seehunde auf der Sandbank gegenüber des Weststrands sind mit dem Fernglas sehr gut zu sehen. Außerdem ist es natürlich immer wieder interessant, sich die vielen vorbeiziehenden Schiffe genauer anzusehen. Vom Krabbenkutter bis zum Öltanker zieht vor der Westküste Borkums alles vorbei.

Checkliste:

  • Outdoorhosen und -schuhe (Sandalen)
  • Plastiksandalen
  • Umhängetasche oder Rucksack
  • Jacke aus Fleece oder Sweat mit Kapuze oder winddichter Anorak
  • Sonnenbrille, Sonnenschutzmittel
  • Mütze
  • Windlicht
  • Taschenmesser
  • Mückenmittel
  • guter Feldstecher

 

 

 

 

 

 

 

Was macht man auf Borkum?

Man muss Sand mögen. Wirklich mögen. Denn nach wenigen Tagen hat man die winzigen Körnchen überall. Und wenn ich überall sage, meine ich das so. In den Schuhen sowieso, besonders in offenen Sandalen. In Hosentaschen. Im Rucksack. In der Duschwanne. Und schließlich auch auf dem Bettlaken. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Der Nordseesand ist so fein, dass er einfach überall hineingerät, und wenn man sich noch so in Acht nimmt. Genau das, nämlich sich pausenlos in Acht nehmen, sollte man aber nicht tun, wenn man den Aufenthalt an der Nordsee und auf Borkum genießen will.
Für die Reise sollte man mindestens eine Woche planen, besser zehn Tage. Es dauert ein bisschen, sich an das Klima, die Gezeiten und den Lebensrhythmus der Insel anzupassen. Wer nur über das Wochenende kommt, verpasst den so wichtigen Erholungseffekt, der erst nach einigen Tagen einsetzt.

Kindern kann man getrost Freiraum lassen, zumindest am Strand. Und dort laufen sie natürlich meist barfuß. Am Strand liegen weder Scherben noch Hundehaufen herum, obwohl es viele Urlauber mit Hunden gibt. Statten Sie Ihre Kinder unbedingt mit Plastik-Clogs aus (zum Herumklettern zwischen den Steinen der alten Buhnen) mit einer Schaufel (Plastik für die ganz Kleinen und Metall für die Größeren), einem Eimer und einem Netz, die es überall für kleines Geld zu kaufen gibt, und die Kinder werden den ganzen Tag beschäftigt sein. Außer, wenn sie Hunger haben. Dann kann man in einer der Strandbuden viele, viele Kleinigkeiten essen, die Auswahl ist erstaunlich groß und nicht teuer. Nehmen Sie für Ihre Kinder IMMER Ersatzkleidung mit, eine Hose und ein T-Shirt oder einen Pulli, je nach Wetter. Irgendein Malheur passiert ständig. Es gibt tatsächlich Eltern, die ihre armen Kinder am Strand in Gummistiefel stecken (im Sommer!!). Kinder sollen im Sand, in Schlick, im Schlamm wühlen, bis sie buchstäblich schwarz sind. Was Besseres und Gesünderes gibt es nicht. Hinterher kann man alles abwaschen.

Auf die Einheimischen sollte man hören! Der Schutzzaun zwischen Strand und Seehundsandbank steht da nicht ohne Grund, auch wenn das ursprünglich vorhandene Hinweisschild (Stand August 2013) nicht mehr vorhanden ist. Der Zaun dient nicht nur der Sicherheit und Ungestörtheit der Tiere, sondern auch zum eigenen Schutz. Sich mit einer Seehundmutter anzulegen, die ihr Baby bedroht sieht, empfiehlt sich wirklich nicht. Auch Hinweisschilder auf den Wanderwegen, im Watt oder in den Dünen sind unbedingt zu beachten. Der Lebensraum Wattenmeer ist einmalig auf der ganzen Welt, es gibt ihn nur hier, bei uns an der Nordseeküste, und er verdient Schutz und Rücksichtnahme.

 

 

 

 

 

 

 

Sand, Wellen, Wind

Nordsee-Urlauber wissen, dass dies nicht etwa Eintönigkeit bedeutet, sondern jeden Tag anders ist. Je nach Wetter, Temperatur, Sonnenscheindauer und Wind. Ich habe meine persönlichen Highlights der Reise zusammengestellt. Die Tipps eignen sich für fast jedes Wetter.

Der neue Leuchtturm

Der Leuchtturm auf dem kreisrunden Platz zwischen Strandstraße, Goethestraße, Hindenburgstraße und Am Neuen Leuchtturm kann besichtigt werden. Ungefähr 315 Stufen führen ganz nach oben, aber es gibt immer wieder kleine Nischen und Absätze, wo man verschnaufen und sich sogar hinsetzen kann. Zusätzlich gibt es Informationstafeln mit wissenswerten Details über den Leuchtturm, der 1879 in der Rekordzeit von nur fünf Monaten gebaut wurde und seitdem in Betrieb ist. Die Aussichtsplattform ist mit Gittern gesichert, und man hat bei schönem Wetter einen fantastischen Blick über die ganze Insel.

 

 

 

 

 

 

 

Wattwanderung

Ob man mit Albertus Akkermann, dem singenden Wattführer, loszieht, oder mit einem seiner Kollegen, Heinrich Poppinga oder Peter de Buhr, ist egal. Das Wichtigste ist, unvoreingenommen und ohne Berührungsängste mitzugehen. Es geht darum, Natur zu erleben, und wo könnte man das unmittelbarer tun als praktisch auf dem Meeresboden, der für einige Stunden trocken liegt? Jeder Wattführer hat seine eigene Art und seine eigenen Geschichten zu erzählen, immer ist es interessant und lustig, manchmal sogar spannend, und sicher wird auch das eine oder andere Seemannsgarn gesponnen. Allen ist aber die Liebe zur Natur und ihrer Insel gemeinsam, und sie werden nicht müde, das reichhaltige Leben auf, um und im Watt zu erklären und besonders die Kinder für diesen einmaligen Lebensraum zu begeistern. Bei Wanderungen ins Watt wird aus gutem Grund vor Alleingängen dringend gewarnt. Das Wasser kann schneller kommen, als man denkt, und wenn man sich nicht auskennt, wird man eingeschlossen. Es lohnt sich, ins Watt zu gehen, aber bitte nur mit einem erfahrenen Wattführer.

Rundflug

Vom Flughafen Borkum aus kann man zu Rundflügen starten, da auf Sicht geflogen wird, und wegen der Aussicht aber nur bei gutem Wetter. Es ist nicht ganz billig, aber wer ohnehin überlegt, sich die Insel von oben anzusehen, sollte es (bei schönem Wetter) unbedingt tun! Es gibt Rundflüge um Borkum, die 15 Minuten dauern und 45 Euro kosten (pro Person, Stand: August 2013). Für 100 Euro (pro Person, Stand: August 2013) dauert der Flug eine halbe Stunde und führt nicht nur zweimal um Borkum, sondern auch nach Juist und Norderney. Auf dem Weg nach Juist überfliegt man die Vogelschutzinsel Memmert und eine ganz neue kleine Insel, die gerade vor Juist entstanden ist und noch keinen Namen hat. So hat s zumindest der Pilot erzählt.

 

 

 

 

 

 

 

Der schönste Wanderweg

Die schönste Wanderung, die ich auf Borkum gemacht habe, ist durch Zufall zustande gekommen und war eine Kombination aus Radtour und Salzwiesenwanderung. Mit dem Rad am Flughafen vorbei der Ostfriesenstraße Richtung Ostland folgen bis zum Aussichtspunkt „Steernklipp“. Dort kann man das Rad abstellen, über ein paar Treppen bis oben auf die Düne steigen und hat einen fantastischen Blick auf die Umgebung. Wieder unten, das Fahrrad stehen lassen und zu Fuß den Wanderweg Richtung „Hoge Hörn“ gehen. Dieser Weg führt mitten durch die Salzwiesen und mündet nach ungefähr 2,5 Kilometern am menschenleeren Oststrand. Man kann die ganze Zeit barfuß laufen, der Untergrund ist fest oder auch sandig, es gibt zwei kleine Brücken, die Priele überqueren, da sollte man evtl. die Schuhe noch einmal kurz anziehen. Laut Hinweisschild am Beginn des Weges stehen einige Teile gelegentlich unter Wasser, daher empfiehlt sich entsprechendes Schuhwerk.

Heimatmuseum „Dykhus“

Das Museum liegt ein bisschen versteckt in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße (östlich des Alten Leuchtturms), aber es gibt genügend Hinweisschilder. Der Besuch bietet sich nicht nur für Regentage an. In unzähligen, liebevoll zusammengestellten Exponaten erlebt man die wechselvolle Geschichte Borkums aus einer ungewohnten Perspektive: beeindruckend nah dran. In mühevoller Kleinarbeit hat der Heimatverein eine Auswahl interessanter Ausstellungsstücke so aufbereitet, das die Lebenswelt der alten Insulaner greifbar wird – und 300 Jahre maritime Geschichte ein Gesicht bekommt. Ein liebevoll zusammengestelltes Museum, das das Leben auf der Insel in früheren Zeiten und die Entwicklung der Insel vom Fischer- und Bauerndorf zum Seebad im Nordseeklima zeigt, eingerichtet mit unzähligen Gegenständen aus Privatbesitz. Highlight ist das Skelett eines Pottwals, der vor den Ostfriesischen Inseln gestrandet war.

Die Vogelhalle zeigt die Lebenswelt des Meeres sowie mit weit über 200 Vögeln die große Vielfalt der Vogelwelt der Insel. Hunderte von Sandproben aus allen Meeren lassen erkennen, dass der Borkumer Strandsand zum schönsten Sand der Welt gehört.

Die Akkermannhalle ist der Schifffahrt, Inselgeschichte zum Seenot-Rettungswerk, Wracks, Leuchtfeuer und Schifffahrtzeichen gewidmet. Hauptstück: das große Strandrettungsboot.
Beeindruckende Details: Fundstücke von der „Cimbria“, einem Dampfschiff, das 1883 auf dem Weg nach New York vor Borkum nach einer Kollision gesunken war. Taucher brachten hunderte historische Fundstücke nach oben: Porzellanpuppen, Weinflaschen, Hummerschalen, von denen etliche in der Ausstellung zu sehen sind und wie neu aussehen.

Ein Artikel über die „Titanic von Borkum“ ist im Jahre 2001 in der „Welt“ erschienen.

 

 

 

 

 

 

 

Feuerschiff „Borkumriff“

Ein Stück deutscher Seefahrtsgeschichte – zum Selbererkunden. Die Geschichte der sogenannten „Feuerschiffe“ reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Es wurde mit zunehmendem Schiffsverkehr immer wichtiger, sicheres Fahrwasser zu kennzeichnen. An der Küste geschieht dies seit alters her mit Leuchttürmen, auf dem Wasser wurden Feuerschiffe verankert. An deutschen Küsten gab es zeitweise bis zu 40 schwimmende Leuchttürme.
Als die „Borkumriff“ 1955 in Betrieb genommen wurde, war die Ära der Feuerschiffe schon fast vorbei. Die „Borkumriff“ übernahm jedoch nicht nur die bedeutsame Position im westlichen Bereich der Deutschen Bucht, sondern fungierte darüber hinaus als Station für Wetteraufzeichnungen, an Bord gab es eine Funkstation und schließlich war das Schiff sogar eine Seenot-Rettungsstation.
Im Jahre 1988 wurde die „Borkumriff“ außer Dienst gestellt und ist jetzt im Yachthafen zu besichtigen. Nach wie vor ist das Schiff aber voll einsatzbereit, wie zum Beispiel im Sommer 2007, als es drei Wochen lang auf offener See Hauptdrehort für die Neuverfilmung „Das Feuerschiff“ war.
Vorteil für die Besucher: man kann das Schiff ganz alleine erkunden. An der Kasse bekommt man eine Schiffskarte, auf der alle wesentlichen Bestandteile und Räume genau erläutert sind. Für Kinder ist es ein Riesenspaß, auf eigene Faust das Schiff zu entdecken, auch wenn es Jungs bestimmt schwer fällt, besonders auf der Brücke das Schild „Keine Schalter anfassen!!“ zu beachten. Zu verlockend scheint es, die Funktionen auszuprobieren. Eltern sollten daher ein Auge auf sie haben. Das Schiff ist inzwischen eine Informations- und Bildungseinrichtung im Nationalpark und Weltnaturerbe Wattenmeer, außerdem ist es ein anerkanntes technisches Kulturdenkmal.

Angebote an Bord:
Rundgänge durch die verschiedenen Räume an Bord, Mannschaftsmesse, Funkraum, Brücke, Maschinenraum, Kapitänskammer und Küche, um nur einige zu nennen. Außerdem gibt es eine Ausstellung in den ehemaligen Werkräumen über Borkum als Teil des Nationalparks niedersächsisches Wattenmeer.

 

 

 

 

 

 

 

Hafencafé

Das Hafencafé „Mackie Messer“ am Yachthafen (Am Neuen Hafen 22). Öffnungszeit von 12.00 bis 15.00 Uhr. Es gibt kleine Speisen und Getränke zu günstigen Preisen. Eigentümer ist Wattführer und Buchautor Peter de Buhr, der das Café mit allerhand Krimskrams und Sammelsurium ausgestattet hat, ein Muss für jeden Fan von Seemanns-Trödel, Strandgut und schrägem Humor. Sehr angenehm: man kann das Café bei jedem Wetter besuchen. Drinnen ist es urgemütlich, und draußen sind für die Sonnenscheinstunden einige Strandkörbe aufgestellt. Es gibt keinen Verzehrzwang. Wer einfach nur eine kleine Verschnaufpause einlegen will, kann das hier in aller Ruhe tun.

 

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Literatur:
„Meuterei auf der Berganza“, eine wahre Seeräubergeschichte. Von Peter de Buhr und Frieder Gräwemeyer, erhältlich über diese Seite:
http://www.wattwandern-borkum.de/aktuelles.html#Inhalt

Das Watt: Tiere und Pflanzen im Weltnaturerbe. Von Klaus Janke und Bruno P. Kremer

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