Friedhof Dülken

Och nö – schon wieder ein Friedhof?

Friedhöfe haben den Vorteil, dass es sie überall gibt. :-) Ich habe meiner damaligen Wahlheimat Dülken (Ortsteil von Viersen), wo ich von 1984 bis 1988 gewohnt habe, nach langer Zeit wieder einen Besuch abgestattet. Und dabei war mir aufgefallen, dass ich noch nie den dortigen Friedhof gesehen hatte. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Dülkener sind ein lautes, handfestes, originelles Völkchen. Entsprechende Erwartungen hatte ich also an die letzten Ruhestätten der Einwohner. Ich wurde nicht enttäuscht. Alte, monumentale Figuren neben modernen, filigranen, ungewöhnlichen, und trotzdem alles harmonisch. Erstaunlich war die Anzahl und Größe sehenswerter Figuren, so dass tatsächlich viele Bilder im Hochformat aufgenommen sind, mehr als sonst.

 

Friedhof Viersen

Nach langer Zeit ein Besuch auf dem Viersener Friedhof. Das ist vermutlich der, auf dem ich am häufigsten gewesen bin, denn in Viersen bin ich aufgewachsen und zwangsläufig gab es immer wieder Anlass, das Friedhofsgelände zu besuchen.

Der heutige war das Familiengrab, für das eine Entscheidung getroffen werden muss. Den Grabstein versetzen? Die Einfassung entfernen lassen? Doch noch einmal um einige Jahre verlängern? Ich nutzte den Besuch – natürlich! – wieder, um Fotos zu machen, und sah den Friedhof, den ich gut zu kennen glaubte, mit völlig anderen Augen.

In meiner Erinnerung wurde er dominiert von düsteren Grabreihen, von dunklen Nadelhölzern, von dicht beieinander liegenden Gräbern – nichts davon stimmt. Sicherlich trug das schöne Wetter dazu bei, aber ich fand mich auf einem friedlichen, luftigen, weitläufigen Parkgelände wieder. Die vielen eng gesetzten Sträucher zwischen den Grabreihen sind weg, man kann weithin sehen, es hat beinahe etwas Heiteres, nichts Bedrückendes mehr.

Besonders schön: wie auf vielen Friedhöfen gab es auch in Viersen die Grabstätten der oberen Zehntausend, Firmengründer, Ärzte, Anwälte, mit der entsprechenden pompösen Ausstattung in Form von gewaltigen Grabmälern. Viele dieser Gräber sind inzwischen aufgelassen, aber die Grabmäler hat man stehen lassen. So wirken sie eher wie monumentale, eigens zu diesem Zweck geschaffene, würdevoller Kunstwerke, nicht wie Grabgestaltung, und verschönern den Friedhof auf ganz seltsame Weise.

Im ältesten Teil des Geländes gab es erstaunlich viel zu fotografieren, und die vielerorts so verbreiteten Gipsengelchen sind zum Glück in der Minderzahl. Zwei habe ich dennoch fotografiert, denn sie sind auf dem Grab eines viel zu früh gestorbenen kleinen Engels in der Familie…

Mein heutiges Lieblingsfoto ist das hier:

Kolumbarium
Kolumbarium

Die ehemalige Friedhofskapelle ist in den letzten Jahren zum Kolumbarium umgebaut worden. Auch in Viersen wird die Urnenbestattung immer beliebter. Dieses Kreuz stand in einem der Räume unbeachtet auf dem Boden…

Üblicherweise bearbeite ich meine Fotos, so dass lediglich das anonymisierte Grab, aber kein Name zu sehen ist. Das folgende Foto ist eine Ausnahme:

Friedhof Viersen, Grab Ruth Kaiser
Friedhof Viersen, Grab Ruth Kaiser

Ruth Kaiser war eine bekannte Viersener Fotografin, die mit Leidenschaft ihre Heimatstadt in wunderbaren Aufnahmen festhielt. Sie war überall bekannt und beliebt, und diese Gestaltung ihres Grabsteins ist die einzig passende. :-)

Und hier die weiteren Fotos als Galerie:

Hauptseminar-Arbeit „Name“ (1992)

Das Hauptseminar, an dem ich im Sommersemester 1992 teilgenommen habe, hieß glaube ich schlicht „Namenkunde“, so genau weiß ich das leider nicht mehr. Es ging um Namen schlechthin: Ortsnamen, Familiennamen, Berufsnamen, Über-Namen, Wohnstätten- und Häusernamen, geografische Namen, im Grunde also eine Mischung aus Geografie, Geschichte und Sprachentwicklung, ein hochinteressantes Feld. Ich habe es immer am meisten geliebt, interdisziplinär zu arbeiten. Maximaler Erkenntnisgewinn. :-)

Für meine Hauptseminararbeit „Name und Benennung“ suchte ich mir „Familiennamen“ aus und spürte meinem eigenen Familiennamen (jetzt: dem Geburtsnamen) nach: Abrahams.

Hier der Link zum Download:
Hauptseminar-Arbeit „Name und Benennung“ (1992)