Dorotheenstädtischer Friedhof und Französischer Friedhof, Berlin

Endlich habe ich es geschafft, diese beiden zu besuchen, sie standen schon lange auf meiner Liste. Der Französische Friedhof bildet gemeinsam mit dem benachbarten Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof das bedeutendste erhaltene und noch genutzte Friedhofsensemble Berlins. Und meine Verwunderung war groß, dass er praktisch nur einen Steinwurf weit entfernt liegt vom nördlichen Ende der Friedrichstraße und in der Nähe der Oranienburger Straße, einer Gegend, in der ich schon oft unterwegs war.

Der Dorotheenstädtische Friedhof wurde 1762 angelegt (der Französische Friedhof  1780) und bis 1826 mehrmals vergrößert. Er ist auch als „Promi-Friedhof“ bekannt, denn zahlreiche bekannte Persönlichkeiten sind hier begraben: die Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Johann Gottlieb Fichte, die Schriftsteller Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Arnold Zweig, Christa Wolf und Anna Seghers, der Regisseur Heiner Müller, die Baumeister Friedrich August Stüler und Karl Friedrich Schinkel, der Künstler John Heartfield, Schauspieler Bernhard Minetti, die Schauspielerin Helene Weigel und der Buchdrucker Ernst Theodor Litfaß, Alt-Bundespräsident Johannes Rau. Und schließlich – leider, leider – einer meiner Lieblingsschauspieler: Otto Sander.

Der Friedhof hat einfach „Flair“, wenn man das über einen Friedhof sagen kann. Irgendwie kann man es spüren, dass hier vor allem Künstler bestattet wurden, es liegt fast eine gewisse Heiterkeit über der gesamten Anlage. Ist in den letzten Jahren ohnehin in Mode gekommen, Gräber individuell zu gestalten, so kann man es hier sogar über die Jahrhunderte hinweg beobachten.

Zwei Trends der letzten Jahre sieht man auch in dieser Anlage: die jüdische Sitte, Steine auf das Grab zu legen, und eine andere: kleine Buddha-Statuen aufzustellen.

Meine ständige Rede: dass man jedem Grab ansehen kann, wieviel der Verblichene seinen Angehörigen und Freunden bedeutet hat. Aber noch nirgends fand ich positive und negative Beispiele so nah beieinander wie hier. Das wohl tristeste Grab, dass ich je gesehen habe, war das der Schauspielerin Jenny Gröllmann auf dem französischen Friedhof. In einer schmucklosen Vase zwei schon lange verwelkte Rosen, keine Bepflanzung, statt dessen hatte jemand wohl während des Winters Tannenzweige auf die Grabstätte gelegt, die inzwischen alle braun geworden waren. Hier hat sich schon lange niemand mehr gekümmert (Stand: Mai 2015). Ein sehr trauriger Anblick.

Und was für ein Gegensatz das Grab von Otto Sander. Da ist sofort jedem klar: dieser Mensch ist sehr geliebt worden. Unzählige frische Blumen in Vasen oder Töpfen, alles bepflanzt, die Grabstätte liebevoll mit großen Kieseln begrenzt, kleine Kunst- und Erinnerungsgegenstände, Figuren in allen Größen – wunderschön! Offenbar bekommt Otto regelmäßig Besuch… 😉

Ein Grabmal, das ich in seiner Ausdehnung und Ausstattung zunächst irritierend fand, hat mich dann aber doch sehr berührt: der Königliche Baurat Friedrich Hoffmann hat es 1855 für seine vier Kinder errichten lassen, die innerhalb weniger Wochen alle an Scharlach verstarben…

Hier meine Galerie:

 

DoppeltDasBuch: Muse


Eine Muse (griechisch Μοῦσα) ist eine Person, die einen anderen Menschen zu kreativen Leistungen anspornt oder inspiriert. Oft sind Musen Frauen und Männer im Umfeld von Künstlern und Künstlerinnen.
Musen werden seit der Antike als göttliche oder genialische Inspirationsquelle für Künstler genannt (Musenkuss; von der Muse geküsst). Ursprung ist die antike Vorstellung, dass Ideen (das Denken) nicht selbst entwickelt, sondern von Göttern (oder eben Musen) von außen eingegeben werden.
In der Neuzeit begann man, auch tatsächliche Personen als Musen zu bezeichnen – meist Freundinnen von Künstlern, vereinzelt auch Männer. Sie inspirieren die Künstler durch ihren Charakter, ihre Ausstrahlung, ihre menschliche Zuwendung, durch eine erotische Beziehung, meist durch eine Kombination all dieser Faktoren.

(Quelle: Wikipedia)